
Carbon oder Alu beim Gravelbike? Simplon Grid Core vs. Bianchi Arcadex AL
Zwei starke Gravelbikes, zwei unterschiedliche Rahmenmaterialien und zwei klare Charaktere. Wir vergleichen Gewicht, Komfort, Ausstattung, Schaltung und Einsatzbereich – und lösen erst nach dem direkten Duell auf, welches Modell unser Bergspezl-Testsieger ist.
Zwei Wege ins Gravel-Abenteuer
Gravelbikes sind längst kein Nischending mehr – sie sind die vielleicht ehrlichste Radgattung überhaupt: schnell genug für die Feierabendrunde auf Asphalt, robust genug für Schotter, Waldautobahn und ein bisschen Trail. Wenn du in dieser Klasse zu einer Premium-Marke greifst, landest du früher oder später bei genau dieser Grundsatzfrage: leichter Carbonrahmen oder wertiger Aluminiumrahmen?
Wir haben zwei Räder rausgesucht, die das Duell perfekt auf den Punkt bringen: das Simplon Grid Core – Carbon-Graveler aus Vorarlberg – und das Bianchi Arcadex AL – die „Premium-Aluminium"-Interpretation der italienischen Kultmarke. Kein Discounter-Alu gegen No-Name-Carbon, sondern zwei ernstzunehmende Bikes, bei denen wirklich nur das Rahmenmaterial und die Markenphilosophie den Ausschlag geben.
Du bist noch unsicher, welche Richtung besser passt? Dann helfen dir unsere Gravelbike-Kategorie, der Gravelbike-Berater und die Bike-Leasing-Infos beim nächsten Schritt weiter. Wenn du dich vor Ort beraten lassen möchtest, findest du hier unsere Bergspezl-Standorte.
Gravelbike Testsieger für Damen und Herren: Was im Vergleich wirklich zählt
Viele suchen nach Begriffen wie Gravelbike Testsieger Damen, Gravelbike Testsieger Herren oder nach einem bestimmten Bianchi Gravelbike. Eine sinnvolle Empfehlung entsteht aber erst, wenn Gewicht, Komfort, Ausstattung, Passform und Einsatzbereich gemeinsam bewertet werden.
Deshalb vergleichen wir das Simplon Grid Core und das Bianchi Arcadex AL zunächst ohne vorschnelles Urteil. Nach dem Head-to-Head, dem Gewichtsvergleich und der Einordnung der beiden Konzepte geben wir unsere klare Bergspezl-Empfehlung bekannt.
Grid Core
- Rahmen ca. 1.150 g (M) – echter Leichtbau
- Carbon-Gabel mit Raptour Dropout
- Staufach im Unterrohr, Made in Österreich
- bis 45 mm Reifen, frei konfigurierbar
Arcadex AL Cues
- Rahmen ca. 1.654 g (M) – für Alu sehr leicht
- Carbon-Gabel, handverschweißt
- Celeste-Kult, bis 50 mm Reifenfreiheit
- lange, laufruhige Adventure-Geometrie
Der Gewichtsunterschied, den du wirklich spürst
Simplon Grid Core – der leichte Kilometerfresser
Das Grid ist Simplons neuer Carbon-Allrounder, entwickelt und konfiguriert am Bodensee. Der Carbonrahmen wiegt in Größe M rund 1.150 Gramm – das ist Leichtbau, der sich auf jeder Steigung und bei jedem Antritt bemerkbar macht. Dazu kommt eine speziell konstruierte Carbon-Gabel mit „Raptour Dropout", deren nach hinten versetzte Ausfallenden den vertikalen Flex erhöhen und Vibrationen schlucken, bevor sie in deinen Handgelenken ankommen.
Serienmäßig rollt das Grid auf 40 mm breiten Gravelreifen (bis 45 mm möglich), die Geometrie orientiert sich am modernen „Longer, Lower, Slacker"-Prinzip aus dem Mountainbike – heißt: laufruhig bei Tempo, kontrolliert in technischen Passagen. Ein cleveres Detail, das man sonst nur von deutlich teureren Rädern kennt: das integrierte Staufach im Unterrohr, ab Werk mit Multitool und Schlauchtasche. Werkzeug, Ersatzschlauch, Riegel – alles verschwindet sauber im Rahmen. Dazu 8 Anschraubpunkte am Rahmen und 6 an der Gabel: Bikepacking-ready ohne Kompromisse.
Bianchi Arcadex AL – das Bianchi Gravelbike mit italienischem Kultfaktor
Wer ein Bianchi Gravelbike sucht, landet schnell beim Arcadex AL. Bianchi ist eine Ikone – gegründet 1885 in Mailand, untrennbar verbunden mit dem legendären Celeste-Türkis. Das Arcadex AL bringt diese DNA ins Adventure-Gravel-Segment, und zwar bewusst als Aluminium-Rad. Der Clou: Bianchi verwendet nicht Standard-Alu (6061), sondern hochwertigeres 6069-Material mit dreifach konifizierten Rohren. Dadurch bleibt der Rahmen mit rund 1.654 Gramm (Größe M) für ein Alu-Bike angenehm leicht – und dank handverschweißter, geglätteter Nähte sieht er auf den ersten Blick fast aus wie Carbon.
Vorne sitzt eine Carbon-Gabel, die Reifenfreiheit ist mit bis zu 50 mm sogar noch großzügiger als beim Simplon, und die Geometrie ist lang und laufruhig – gemacht für lange, entspannte Abenteuer-Tage im Sattel. Bianchi positioniert das Rad ganz klar als komfortablen Einstieg für alle, die aus dem Rennrad- oder MTB-Lager ins Gravel wechseln. Und ja: Das Ding ist einfach schön. Wer Marke und Charakter sucht, bekommt hier beides.
Passform & KaufentscheidungWelches Gravelbike passt zu Damen und Herren?
Suchbegriffe wie Gravelbike Testsieger Damen oder Gravelbike Testsieger Herren sind verständlich, weil viele vor dem Kauf eine klare Empfehlung suchen. Viele moderne Gravelbikes sind jedoch Unisex-Räder und werden über Rahmengröße, Sattel, Vorbau, Lenkerbreite und Sitzposition individuell angepasst. Deshalb entscheidet nicht das Geschlecht allein, sondern vor allem, ob das Rad zu Körper, Fahrstil und geplanten Touren passt.
Das Simplon Grid Core richtet sich besonders an sportliche Fahrerinnen und Fahrer, die Gewicht, Effizienz und ein hochwertiges Fahrgefühl suchen. Das Bianchi Arcadex AL ist vor allem dann spannend, wenn Robustheit, Komfort, Alltagstauglichkeit und der charakteristische Bianchi-Stil im Vordergrund stehen. Welches Modell im direkten Vergleich unser Testsieger ist, lösen wir im abschließenden Bergspezl-Fazit auf.
Antrieb im DetailCUES vs. GRX, 1-fach vs. 2-fach: der Antrieb macht den Unterschied
Beim Rahmenmaterial hört der Unterschied nicht auf – auch bei der Schaltung gehen die beiden Räder bewusst verschiedene Wege. Und das ist kein Detail für Technik-Nerds, sondern etwas, das du bei jeder Tour in den Fingern und in den Beinen spürst.
- Gravel-spezifische Gruppe von Shimano
- Kurbel 46/30, Kassette 11–36 (12-fach)
- zwei Kettenblätter = feine Gangsprünge
- hydraulische GRX-Scheibenbremsen
- robuste Allround-Gruppe (Alltag bis Gravel)
- ein Kettenblatt vorne, große Kassette hinten
- simpel, wartungsarm, sehr langlebig
- hydraulische Scheibenbremsen
Was heißt das für dich? GRX gegen CUES
Shimanos GRX ist die Schaltgruppe, die eigens fürs Gravelbiken entwickelt wurde – auf ruppiges Gelände, Vibrationen, Staub und lange Anstiege ausgelegt. Sie schaltet knackig und präzise und ist das, was ambitionierte Gravel-Fahrer erwarten. CUES verfolgt eine andere Philosophie: Es ist Shimanos robuste Allround-Familie, gebaut auf Langlebigkeit, unkomplizierte Wartung und niedrige Unterhaltskosten. CUES ist stark, wenn ein Rad viel und lange gefahren wird – zuverlässig statt spektakulär.
Kurz gesagt: Das Simplon bringt mit der gravel-spezifischen GRX das performantere, sportlichere Setup mit. Das Bianchi setzt mit CUES auf Robustheit und Sorglosigkeit. Beides ist stimmig – die Frage ist, was dir wichtiger ist.
1-fach oder 2-fach – das ist keine Glaubensfrage, sondern eine Fahrstil-Frage
Der zweite große Unterschied: Das Simplon fährt zweifach (2×), das Bianchi einfach (1×).
Zweifach (Simplon) bedeutet zwei Kettenblätter vorne und dadurch feinere Gangabstufungen. Du findest fast immer den perfekten Gang und kannst deine Trittfrequenz sauber halten – ideal auf gemischtem Terrain, auf Asphalt-Verbindungsstücken und bei langen Touren, wo Effizienz zählt. Der Preis dafür: etwas mehr Schaltvorgänge und ein Umwerfer, der gewartet werden will.
Einfach (Bianchi) heißt ein Kettenblatt vorne, dafür eine große Kassette hinten. Weniger Bedienung, kein Umwerfer, weniger, das schmutzig werden oder klemmen kann – simpel und robust. Genau richtig für Fahrer, die Wartungsarmut schätzen und im Gelände lieber nur rechts schalten. Der Kompromiss: etwas größere Gangsprünge zwischen den Gängen.
Die Fakten nebeneinander
| Kriterium | Simplon Grid Core | Bianchi Arcadex AL |
|---|---|---|
| Rahmenmaterial | Carbon | Premium-Aluminium (6069) |
| Rahmengewicht (M) | ca. 1.150 g | ca. 1.654 g |
| Gesamtgewicht (fahrfertig) | 9.200 g | 10.751 g |
| Gabel | Carbon (Raptour Dropout, mehr Flex) | Carbon |
| Komfort / Dämpfung | Gravel Comfort Concept, Carbon dämpft aktiv | gut, über Reifenvolumen & Geometrie |
| Reifenfreiheit | bis 45 mm | bis 50 mm |
| Besonderheit | Staufach im Unterrohr, Made in Österreich, konfigurierbar | Celeste-Kult, handverschweißt, Marken-Ikone |
| Schaltgruppe | Shimano GRX 610 (gravel-spezifisch) | Shimano CUES (Allround, robust) |
| Antriebskonzept | 2×12 – feine Gangabstufung | 1×11 – simpel & wartungsarm |
| Charakter | Performance-Allrounder, spritzig | laufruhiger Adventure-Cruiser |
| Ideal für | Tempo, lange Touren, jedes Watt zählt | Einsteiger, Genussfahrer, Markenliebhaber |
Gewichts- und Ausstattungsangaben nach Herstellerangaben; die konkrete Ausstattung (u. a. Schaltung) und der tagesaktuelle Preis deiner Wunschkonfiguration variieren – frag uns oder schau im Shop.
KaufberatungIst der Carbon-Aufpreis das wert? Unsere ehrliche Antwort
Kurz gesagt: Für die meisten, die ernsthaft Kilometer machen wollen – ja. Und zwar aus drei Gründen, die man auf der ersten Tour spürt:
1. 1.551 Gramm weniger am ganzen Rad. Am Rahmen sind es rund 500 Gramm, fahrfertig summiert sich der Unterschied auf 1.551 Gramm (9.200 g vs. 10.751 g). Das klingt nach einer Zahl auf dem Datenblatt, ist aber genau da spürbar, wo es zählt: an jeder Steigung, bei jedem Antritt aus der Kurve, wenn du das Rad über eine Stufe oder in den Kofferraum hebst. Über eine 80-km-Runde summiert sich das zu deutlich weniger Ermüdung.
2. Der Komfort. Carbon lässt sich gezielt so bauen, dass der Rahmen vertikal flext und Vibrationen dämpft, während er in der Kraftübertragung steif bleibt. Genau das macht Simplon mit dem „Gravel Comfort Concept". Auf langen Schotter-Etappen ist das der Unterschied zwischen „noch fit" und „durchgerüttelt".
3. Der Werterhalt und das Fahrgefühl. Ein Carbon-Graveler dieser Klasse fährt sich lebendiger – und dieses Gefühl bleibt. Wer einmal Carbon gefahren ist, will selten zurück.
Unser Testsieger: Simplon Grid Core
Beide Räder sind ihr Geld wert. Aber wenn du uns direkt fragst: Für den Fahrer, der Touren fährt, Tempo mag und das Rad die nächsten Jahre richtig nutzen will, holt das Simplon Grid Core den Carbon-Vorsprung jeden Tag wieder rein – leichter, komfortabler, spritziger. Der Aufpreis ist keine Angeberei, sondern Fahrspaß, den du spürst.
Das Bianchi Arcadex AL bleibt die schöne, ehrliche Alternative für alle, die Marke, Robustheit und einen entspannten Einstieg suchen.
Unser Bergspezl-Testsieger ist das Simplon Grid Core. Es gewinnt den direkten Vergleich durch sein niedrigeres Gewicht, den höheren Fahrkomfort und das sportlichere Gesamtpaket. Am besten kommst du trotzdem vorbei und setzt dich auf beide Räder: Das persönliche Fahrgefühl entscheidet – und dabei helfen wir dir gern.
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Häufige Fragen
- Lohnt sich ein Carbon-Gravelbike für Einsteiger?
- Ein Carbon-Gravelbike lohnt sich für Einsteiger vor allem dann, wenn du regelmäßig fahren willst und längere Touren planst. Das geringere Gewicht macht sich bei Anstiegen, beim Beschleunigen und beim Tragen des Rads bemerkbar. Zusätzlich kann ein guter Carbonrahmen Vibrationen besser dämpfen, was auf Schotterwegen angenehmer ist. Wenn du nur gelegentlich fährst oder dein Budget klar begrenzt ist, kann ein hochwertiges Alu-Gravelbike aber die sinnvollere Wahl sein.
- Ist Aluminium beim Gravelbike ein Nachteil?
- Aluminium ist beim Gravelbike kein grundsätzlicher Nachteil. Ein hochwertiger Aluminiumrahmen ist robust, langlebig und im Alltag unkompliziert. Der Unterschied zu Carbon liegt vor allem beim Gewicht, beim Dämpfungsverhalten und beim sportlichen Fahrgefühl. Für viele Einsteiger, Pendler und Genussfahrer ist ein gutes Alu-Gravelbike deshalb absolut ausreichend.
- 1-fach oder 2-fach – was ist besser fürs Gravelbike?
- 1-fach und 2-fach passen zu unterschiedlichen Fahrstilen. Ein 2-fach-Antrieb bietet feinere Gangabstufungen und ist auf langen Touren, schnellen Asphaltstücken und wechselndem Gelände sehr angenehm. Ein 1-fach-Antrieb ist einfacher zu bedienen, wartungsärmer und im Gelände besonders unkompliziert. Wenn du sportlich und effizient fahren willst, ist 2-fach oft im Vorteil; wenn du es simpel und robust willst, passt 1-fach sehr gut.
- Was ist der Unterschied zwischen Shimano CUES und GRX?
- Shimano GRX ist speziell für Gravelbikes entwickelt und auf sportliches Fahren, ruppige Untergründe und präzise Schaltvorgänge ausgelegt. Shimano CUES ist eine robuste Allround-Gruppe mit Fokus auf Langlebigkeit, einfache Wartung und gute Alltagstauglichkeit. GRX fühlt sich sportlicher und performance-orientierter an. CUES punktet, wenn Zuverlässigkeit und geringe Folgekosten wichtiger sind als maximale Schaltperformance.
- Welches Rad ist besser für Bikepacking?
- Beide Räder eignen sich für Bikepacking, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Das Simplon Grid Core punktet mit dem integrierten Staufach im Unterrohr und vielen Befestigungspunkten für Zubehör. Das Bianchi Arcadex AL bietet sehr viel Reifenfreiheit und einen laufruhigen Charakter, was auf grobem Untergrund angenehm ist. Wenn du sportlich reisen willst, spricht viel für das Simplon; wenn Komfort und Robustheit wichtiger sind, ist das Bianchi sehr spannend.
- Was ist euer Gravelbike Testsieger für Damen und Herren?
- Unser Gravelbike Testsieger im direkten Vergleich ist das Simplon Grid Core. Es überzeugt aus Bergspezl-Sicht vor allem durch das niedrige Gewicht, den Carbon-Komfort, die sportliche Ausstattung und das sehr lebendige Fahrgefühl. Für Damen und Herren ist trotzdem wichtig, dass Rahmengröße, Sitzposition und Einsatzbereich passen. Das Bianchi Arcadex AL bleibt die starke Alternative, wenn du ein robustes und charakterstarkes Bianchi Gravelbike aus Aluminium suchst.
- Wie viel wiegt der Unterschied wirklich?
- Der Gewichtsunterschied hängt immer von Rahmengröße, Ausstattung und konkreter Variante ab. Im direkten Vergleich liegt das Simplon Grid Core als Carbonbike deutlich unter dem Bianchi Arcadex AL mit Aluminiumrahmen. Besonders an Steigungen, beim Beschleunigen und beim Heben des Rads ist weniger Gewicht spürbar. Deshalb ist Gewicht nicht nur eine Zahl im Datenblatt, sondern ein echter Faktor für Fahrgefühl und Ermüdung.